Ungewöhnliche Sterne als Schlüssel zum frühen Universum
Galaxien im jungen Kosmos weisen Strukturen auf, die stark von denen heutiger Systeme abweichen. Um die Ursachen dafür zu erforschen, haben Wissenschaftler der University of Utah ein Beobachtungsprogramm gestartet, das bestimmte Sterne in benachbarten Galaxien als Analoga für die ersten Sternengenerationen nutzt.
Das Projekt trägt den Namen "Treasury of Extremely Metal-Poor O Stars" (TEMPOS). Dabei wird das ultraviolette Licht dieser Sterne mit dem Cosmic Origins Spectrograph an Bord des Hubble Space Telescopes gemessen. Die ausgewählten Objekte besitzen sehr geringe Konzentrationen an Elementen schwerer als Helium, wodurch sie den Bedingungen im frühen Universum ähneln.
Durch die Analyse des UV-Spektrums können Forschern Rückschlüsse auf die Temperatur, die chemische Zusammensetzung und die Strahlungsausbeute der Sterne ziehen. Diese Parameter beeinflussen, wie das umliegende Gas aufgeheizt und ionisiert wird, was wiederum die Entstehung und Formung von Galaxien steuern kann.
Die gewonnenen Daten dienen dazu, Modelle zu testen, die erklären, warum frühe Galaxien oft unregelmäßige, klumpige Strukturen aufweisen. Weitere Beobachtungen sind geplant, um die Verbindung zwischen Sterneneigenschaften und galaktischer Morphologie genauer zu quantifizieren.