Entdeckung schneller Magnetwellen
Die Sonnenoberfläche ist von einem komplexen Geflecht aus Magnetfeldern durchzogen, das besonders in den polaren Koronalöchern zu beobachtbaren Strukturen führt. Diese Regionen gelten als Ausgangspunkte des schnellen Sonnenwinds, dessen Teilchen mit Geschwindigkeiten von mehreren hundert Kilometern pro Sekunde in das interplanetare Raum gelangen. Bislang blieb unklar, welche Mechanismen die Beschleunigung dieser Teilchen antreiben.
Messungen mit Solar Orbiter
Ein internationales Team unter Leitung von Yuhang Gao und Hui Tian von der Peking University nutzte die hochauflösenden Instrumente der ESA‑Mission Solar Orbiter, um in den genannten Gebieten nach schnellen magnetischen Schwingungen zu suchen. Dabei registrierten die Wissenschaftler hochfrequente Wellen, die zuvor nicht direkt beobachtet werden konnten und die sich im Bereich von mehreren Hertz bewegen.
Möglicher Beschleunigungsmechanismus
Die neu entdeckten Wellen könnten Energie aus dem Magnetfeld der Sonne auf geladene Teilchen übertragen und ihnen den nötigen Schub geben, um die beobachteten Geschwindigkeiten des schnellen Sonnenwinds zu erreichen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass solche Wellen ein fehlendes Puzzleteil im Modell der Sonnenwindbeschleunigung darstellen könnten.
Ausblick
Weitere Beobachtungen mit Solar Orbiter und ergänzenden Missionen sollen die Eigenschaften dieser Wellen genauer charakterisieren und ihre Rolle im gesamten Heliosphären-System klären. Die Studie erschien im Fachjournal National Science Review und liefert neue Ansatzpunkte für das Verständnis der solaren Magnetodynamik.