Sunrise-III liefert neue Einblicke in die Sonnenmagnetfelder
Im Jahr 2024 erreichte das ballongetragene Observatorium Sunrise-III die Erdstratosphäre und richtete seine Instrumente auf die Sonne aus. Dabei beobachtete ein internationales Team unter Leitung des Nationalen Astronomischen Observatoriums Japans Gebiete, die als ruhige Sonnenoberfläche gelten.
Die Messungen zeigten, dass selbst in diesen aparentemente ruhigen Regionen das Magnetfeld weit komplexer strukturiert ist als bisher angenommen. Kleine, miteinander verbundene Strukturen bildeten ein feines Netzwerk, das bisher nur in aktiven Sonnenregionen erwartet wurde.
Die Wissenschaftler vermuten, dass diese feinen Magnetfelder einen Einfluss auf den Energiefluss von der Sonneninneren zur Oberfläche haben könnten. Weitere Analysen der gewonnenen Daten sollen Aufschluss darüber geben, wie solche Strukturen die allgemeine Sonnenaktivität modulieren und möglicherweise Weltraumwetter beeinflussen.
Um die Daten zu erhalten, flog Sunrise-III mehrere Stunden in einer Höhe von etwa 35 Kilometern, wo die Atmosphäre kaum störendes Licht absorbiert. Das Observatorium trug ein Spektropolarimeter, das die Polarisation von Sonnenlicht mit hoher Präzision messen kann, wodurch magnetische Felder in der Photosphäre und Chromosphäre sichtbar werden.
Die Ergebnisse wurden in einer Fachzeitschrift veröffentlicht und unterstreichen die Bedeutung von Stratosphärenbeobachtungen für die Sonnenphysik. Sie zeigen, dass selbst relativ kostengünstige Ballonmissionen wertvolle Details liefern können, die von bodengestützten Teleskopen aufgrund von atmosphärischer Streuung und Tageszeitbegrenzungen schwer zu erfassen sind.