Ein Forschungsteam der University of Arizona hat mithilfe der Methode tidal tomography eine lokale Wärmequelle im südlichen Mantel des Mars identifiziert.
Die Anomalie zeigt Temperaturen, die das umliegende Gestein um etwa 200 bis 400 Grad Celsius übersteigen.
Tidal tomography nutzt winzige Schwankungen der gravitativen Reaktion des Planeten auf Gezeitenkräfte, um Rückschlüsse auf tiefliegende Temperaturstrukturen zu ziehen.
Die warme Zone erstreckt sich über ein Volumen, das ausreichend ist, um den thermischen Haushalt des Planeten über Milliarden von Jahren zu beeinflussen.
Solche lokalen Erwärmungen könnten auf anhaltende radioaktive Zerfallswärme, Restwärme aus der Bildungsphase oder fokussierte Aufströmungen im Mantel hinweisen.
Das Verständnis dieser Wärmequelle könnte erklären, warum Mars eine ausgeprägte dichotomy zwischen nördlichen Tieflanden und südlichen Hochlanden aufweist.
Zudem liefert sie Hinweise auf die Geschichte und Intensität vulkanischer Aktivität, die die Oberfläche des Mars geformt hat.
Obwohl die Studie keine aktuellen Magmakammern bestätigt, zeigt sie, dass das Innere des Mars nicht gleichmäßig abkühlt.
Künftige Missionen mit Seismometern oder Wärmesonden könnten die Vorhersagen des tidal‑tomography‑Modells überprüfen.
Bis dahin bleibt die entdeckte Region ein wertvolles Fenster zur tiefen Vergangenheit des Roten Planeten.